Eine Werbetexterin. Was macht sie überhaupt?

Texten doch ist langweilig!

Oft werde ich gefragt, was mein Beruf ist. Wenn ich sage, dass ich Werbetexterin bin, werde ich mit fragenden Blicken konfrontiert: Mit der Berufsbezeichnung „Werbetexterin“ können die Wenigsten etwas anfangen. „Texterin? Also schreibst du die ganze Zeit Texte? Wird es nicht langweilig? Und Texte kann doch jeder schreiben!“

Von Nadezda Gerdemann

Nun ja, wenn dem wirklich so wäre, hätten wir keine Wir-Kaufen-Dein-Auto- oder Check-24-Werbespots, bei denen man sich vor lauter Fremdschämen am liebsten irgendwo verkriechen möchte. Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen Schreiben und Texten, und zwar einen gewaltigen.

Schreiben vs. Texten

Welcher Text würde Sie eher ansprechen?

„Die Entscheidung für den Fortschritt: Ein X-Autoradio!“

„Wo immer Sie auch fahren — er lässt Sie nicht im Stich. Er unterhält Sie, und versorgt Sie mit den neuesten Verkehrsmeldungen. Der X-Empfänger hat sich als besonders leistungsstark bewährt, seine ausgereifte Technik wird höchsten Ansprüchen gerecht. Dank seiner Senderschnellwahl ist er problemlos zu bedienen…“

 

jkebbie / Pixabay

„Wie gut ein Autoradio ist, erkennt man im Talkessel.

„Bei Fahrten im Talkessel sind die Empfangsbedingungen fast immer schlecht. Die Radiowellen prallen an den Berghängen ab, werden reflektiert — einmal oder mehrmals. Folge: Die Stärke des Sendersignals schwankt oft auf wenigen Metern zwischen überlaut und fast nicht mehr wahrnehmbar. Das ist nun einmal so. Beruhigend, dass der Blaupunkt „Frankfurt“ mit solchen Problemen meist fertig wird…“

An diesem Beispiel (übirgens nicht von uns geschrieben/getextet) erkennt man den Unterschied zwischen Texten und Schreiben: Gute Texte klingen natürlich, authentisch und sind in einer einfachen Sprache geschrieben. Gerade dadurch werden diese schnell verstanden und bleiben so in Erinnerung.

Mehr als nur Texten: Das Konzept

Bevor man aber einen Text schreibt, sollte geklärt werden, wo dieser erscheint, an wen er sich richtet und was damit erreicht werden soll.

Zum Job als Werbetexterin gehört deswegen nicht nur das Texten an sich – auch mit Konzepten und Strategien kennen sich die Texter aus. Denn auch der tollste Facebook-Auftritt wird Ihnen nichts bringen, wenn Ihre Zielgruppe schon älter ist und nicht viel von den sozialen Netzwerken hält.

Texten 2.0

Zu einem guten Text gehört weit mehr als nur eine richtige Buchstaben- und Wörterabfolge. Wird der Text im Netz veröffentlichet, kommen weitere Kriterien dazu, die weit über den Bereich der Print-Werbung reichen: Key-Words, SEO-Optimierung, klare Seiten-Navigations-Strukturen – das alles wird bei dem Text berücksichtigt. Schöne Formulierungen kommen oben drauf.

Langeweile? Fehlanzeige

Langeweile kommt im Werbetexterin-Alltag selten auf. Und sieht man erst das Ergebnis – eine fertige Internetseite, einen gedruckten Flyer oder eine Facebook-Kampagne mit vielen Likes – weiß man, dass sich die Arbeit gelohnt hat.

Damit Ihre Werbung also beim Empfänger ankommt in Erinnerung bleibt – und zwar nicht als ein störender Faktor, sondern als etwas Positives – lieber direkt einen Profi engagieren! So bleibt Ihnen mehr Zeit, um sich an Ergebnissen unserer Arbeit zu erfreuen: An neuen und zufriedenen Kunden, zum Beispiel.