Eine Texterin – viele Branchen

So schreiben wir gute Texte für jede Zielgruppe

Wir als Texterinnen schreiben Texte für unterschiedlichste Branchen – Zahnärzte wie Zaunbauer gehören zu unseren Kunden. Und wir würden lügen, wenn wir sagen würden, dass uns jedes Thema liegt, bzw. dass wir immer über das notwendige Know-how verfügen. Und dennoch schaffen wir es immer wieder, zielgruppenspezifische und fachlich richtige Texte zu schreiben.

Von Nadezda Gerdemann

Um sich in einen Kunden hineinzuversetzen bedarf es zweierlei Fähigkeiten: Zum einen sind da die Informationsbeschaffungs-Strategien; zum anderen das eigentliche texterische Können beim Verfassen des Textes.

Texte runterschreiben: Tipps für das texterische Können

  • Nicht zu kompliziert schreiben

Nach einem ausführlichen Telefonat können Sie mit Fachbegriffen jonglieren. Es entsteht ein fundierter und begründeter Text, der eine Branche oder Leistung fachmännisch beschreibt. Und der Kunde hat nichts daran auszusetzen – das ist doch das Beste, was einer Texterin passieren kann! Oder? Auch wenn der Text für Sie und für den Kunden verständlich ist, bedeutet es nicht, dass auch die Zielgruppe ihn versteht. (Die Sache mit dem Fisch und dem Angler und dem Köder …) Der Text erscheint langweilig und kompliziert. Ein No-Go für Internetseiten und Broschüren! Umschreiben Sie Kompliziertes mit einfachen, verständlichen Worten, wird er nicht nur bei dem Kunden, sondern auch bei der Zielgruppe gut ankommen.

  • Empathie entwickeln

Um eine Zielgruppe zu erreichen, sollte man eins mit ihr werden. Also stellt man sich vor, man gehöre zur Zielgruppe und würde sich für ein bestimmtes Produkt oder eine Leistung interessieren. Was wäre das entscheidende Argument? Woran würde man es festmachen, ob ein Produkt interessant ist? Schreiben Sie so, als simulierten Sie ein Gespräch mit einem Vertreter der Zielgruppe.

  • Auf den Informationenmix achten

Einseitige Texte sind ein No-Go, wenn es darum geht, neue Kunden zu gewinnen und zu überzeugen. Der Mix macht es: Gute Werbetexte sollten neben der Produktbeschreibung auch Gründe beinhalten, sich für das Produkt zu entscheiden, oder auch Gründe, warum man das Produkt ausgerechnet bei Ihnen kaufen soll; Call-to-Actions und eine gute SEO-Ausrichtung sind ebenfalls wichtig.

Informationsbeschaffung mit richtigen Strategien

  • Die richtigen Fragen stellen

Am besten informiert man sich über ein Thema direkt bei der Quelle – also im Gespräch mit dem Kunden. Und normalerweise hat der Kunde viel zu sagen: Er ist ja auch der Profi auf seinem Gebiet. Die Frage ist aber nicht, was der Kunde zu erzählen hat, sondern was die Zielgruppe hören will. Was will man wissen, bevor man zu einem Zahnarzt geht? Oder wenn man sich für eine neue Beregnungsanlage entscheidet? Das sind die Fragen, die dem Kunden gestellt und für die Zielgruppe beantwortet werden sollen.

  • Auf das genaue Briefing kommt es an

Wie soll man schon etwas bewerben, wovon man keine Ahnung hat? Der erste Berührungspunkt mit dem Kunden ist meist ein Briefing: Hier sollen Informationen darüber vermittelt werden, welchen Zweck die Kampagne verfolgen soll, Informationen zum Zeitplan und zum Budget. Oft fällt ein Briefing ungenau aus: Der Kunde geht nicht von der Zielgruppe aus, sondern von seinem Produkt oder seiner Dienstleistung. An dieser Stelle kommt eine Texterin ins Spiel. Bei einem ungenauen Briefing heißt es: anrufen und nachfragen! Erst wenn alle Fragen, die das Produkt und die Zielgruppe betreffen, geklärt sind, kann es an die Textverfassung gehen.

  • SEO-Konzept entwickeln

Richtete man früher die Texte nur an einen Kunden, ist es heute etwas anders: Dank der Digitalisierung wurde auch Google zu einem wichtigen Kunden. Für Texte heißt das: Bevor man mit dem eigentlichen Schreiben anfängt, bedarf es einer ausgereiften SEO-Strategie. Mit Key-Words und richtigen Text-Strukturen. Gefällt der Suchmaschine ein Text, wird er höher gerankt und erreicht eher die Zielgruppe.

Und was ist mit der Kreativität?

Wer diesen Text aufmerksam gelesen hat, wundert sich sicherlich. Es kam kein einziges Mal das Wort Kreativität vor. Hat denn das Texten eigentlich nicht primär damit zu tun? Doch, natürlich. Jeder Texter hat einen eigenen Stil und bringt ihn auch in seine Texte ein (darum kann auch nicht jedes Unternehmen mit jedem Texter zusammenarbeiten). Vielmehr äußert sich die Kreativität allerdings in einer Zusammenführung aller oben umschriebenen Maßnahmen. Ohne geht es nicht: Ansonsten würde das Internet aus langweiligen, trockenen (auch wenn fachlich richtigen) und einseitigen Texten bestehen.