Die ultimativen Schreib-Tipps. Wie texten wir eigentlich?

Letztens haben wir eine Frage gestellt bekommen: Wie textet ihr eigentlich? Und tatsächlich: Das Texten ist für uns mittlerweile so selbstverständlich, dass es quasi automatisch läuft. Also, nicht das Texten an sich – sondern der Prozess: Gliederung erstellen, Handnotizen anfertigen oder zusammenfassen und in eine Worddatei übertragen, Korrekturlesen …

Diese Tipps helfen Ihnen beim Schreiben Ihrer Texte.

Von Nadezda Gerdemann

1. Sichten Sie die Recherchegrundlage

Die ausgedruckte Recherchegrundlage ist das A und O bei der Vorbereitung Ihres Textes. Egal ob es um ein Briefing geht, um Info-Texte zu einem Sachverhalt oder um bereits fertige Texte, die lediglich umgeschrieben werden sollen: Zunächst gilt es, die Vorlage für Ihren neuen Text auszudrucken. Nehmen Sie anschließend ein paar Stifte und markieren Sie wichtige Stellen und relevante Informationen. Markieren Sie Inhalte zu unterschiedlichen Themenbereichen jeweils in einer anderen Farbe: So erhalten Sie einen Überblick über die Informationen.

Man kann natürlich auch mit modernen Textverarbeitungs-Programmen handschriftliche Notizen in digitale Dokumente einfügen. Jedoch kann man auf einem Tablet immer nur eine Seite gleichzeitig ansehen, während man ausgedruckte Blätter nebeneinanderlegen kann.

Machen Sie sich Notizen

Während Sie die relevanten Inhalte markieren, machen Sie sich Notizen: Oft ist es so, dass bereits beim ersten Lesen der Text-Vorlage Ihnen eine Idee durch den Kopf schießt. Haben Sie den Absatz aus den Augen verloren, ist auch die Idee auf einmal futsch. Kleine Notizen und Gedankenstützen, z. B. am Rand der Text-Vorlage, helfen Ihnen beim Schreiben auf die Sprünge.

Schreiben Sie drauf los!

Nun haben Sie alle Infos zusammen – dennoch sitzen Sie vor einem leeren Blatt Papier (oder eher einer leeren Word-Datei 😉) und wissen nicht, wo Sie anfangen sollen. Keine Sorge, auch wir haben Schreibblockaden! Das sicherste Mittel, um diese Blockade zu umgehen (auch wenn es banal klingt): Fangen Sie einfach an zu schreiben. Was geht Ihnen als erstes durch den Kopf, wenn Sie an das Thema des Textes denken? Sind Sie erst „im Flow“, klappt das Schreiben viel einfacher. Beginnen Sie nicht am Anfang, sondern bei dem, was Ihnen am leichtesten fällt.

Arbeiten Sie mit Ihrem Text

Wahrscheinlich ist es noch nie in der Menschheitsgeschichte vorgekommen, dass ein Text in seinem ersten Entwurf perfekt war. Sie haben einfach drauf losgeschrieben: Nun lesen Sie Ihr Werk: In diesem Schritt gilt es, (Ab-)Sätze umzustellen, Wörter auszutauschen, an einigen Stellen etwas wegzunehmen und an anderen neue Infos dazuzuschreiben. Ein Fun-Fact am Rande: Meistens ist es bei mir so, dass der erste Absatz, den ich geschrieben habe, letztendlich der letzte wird. Und umgekehrt.

Lesen Sie Ihren Text Korrektur

Steht der Text inhaltlich? Legen Sie ihn weg! Und zwar sofort. Denken Sie nicht mehr über ihn nach. Der Grund dafür: Direkt nach dem Schreiben sind Sie erstmal textblind. Machen Sie es so, wie Sie es bei wichtigen Entscheidungen machen: Schlafen Sie eine Nacht drüber. Mit einem klaren Kopf und unvoreingenommenen Blick lassen sich deutlich mehr Fehler finden. Drucken Sie den Text zum Korrekturlesen aus: Genauso wie in den ersten beiden Schritten ist es einfacher, mit einer ausgedruckten Version zu arbeiten. Am Bildschirm zu lesen, strengt die Augen an, das mindert ihre Fähigkeit, Fehler zu finden. Eliminieren Sie die Rechtschreibfehler, die Buchstabendreher und Wortwiederholungen. Prüfen Sie, ob das Zusammengehörige wirklich nebeneinandersteht. Zum Schluss lesen Sie noch einmal laut – oft wird so klar, wo ein Satz zu lang ist (Atemlosigkeit) oder doof klingt (im Ohr).

Schon ist der Text fertig.

Selbstverständlich macht Übung den Meister. Deswegen unser letzter, etwas allgemeiner Tipp: Üben Sie! Je mehr Texte Sie schreiben, desto besser wird es klappen. Entwickeln Sie auch eigene Schreib-Strategien: Vielleicht können sogar Sie uns einen guten Tipp geben?