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Urlaubskarten als Kundenkontakt

Wie gesagt, das Leben besteht nicht nur aus Arbeit – aber auch im Urlaub kann man sich mit Text befassen: „Die Sonne scheint, das Hotel ist schön, das Meer ist warm“ oder „Sonnige Urlaubsgrüße aus dem warmen Süden senden euch …“ – Urlaubskarten sind selten wirklich spannend. Und wer mehrere zu schreiben hat, fühlt sich bald wie ein Kopiergerät.

Urlaubskarten mal anders

Hier ein paar Tipps, wie Ihre Urlaubskarte mal ganz anders klingt:

Pars pro toto

Arbeiten Sie ein besonderes oder charakteristisches Erlebnis aus Ihrem Urlaub aus: Beschreiben Sie Fühlen, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken – es kann ein ganz kleiner Moment sein. Und wenn Sie wirklich gut beschrieben haben, brauchen Sie dem Leser nicht einmal sagen, von was Sie ihm gerade schreiben, er wird es selbst erraten.

Fortsetzungs-Story

Sie schreiben mehreren Freunde, die einander regelmäßig sehen? Dann unterbrechen Sie eine kleine Urlaubsgeschichte immer an spannenden Stellen und setzen Sie auf der Karte an die nächste Person fort: „Fortsetzung folgt bei Marina“. Der Effekt: Ihre Freunde tauschen sich aus, Sie wecken Neugier und erzielen einen Gemeinschaftseffekt.

Rätsel-Karte

Beschreiben Sie eine Tätigkeit oder einen Ort im Urlaub wie in einem Wort- oder Bilderrätsel – der Effekt: Ihr Leser wird neugierig und ruft nach dem Urlaub bestimmt an, um herauszufinden, ob er richtig geraten hat.

Wenn du hier wärst …

Oder nehmen Sie den Adressaten mit in Ihren Urlaub: Überlegen Sie, was er oder sie tun würde, wenn er oder sie hier wäre: Würde sie sich erst mal an den Reiseleiter ranschmeißen, der wirklich knuffig ist? Würde er zuerst kopfüber in den Ozean springen? Würde sie in diesem besonderen Laden alles leer kaufen und er sich mit dem Besitzer anfreunden und ordentliche Rabatte aushandeln? Der Adressat fühlt sich so, als wäre er dabei, erhält im besten Fall eine lustige Karikatur von sich selbst und merkt, dass der andere ihn gut kennt.

Mariamichelle

Falsche Fährte

Und wem gar nichts einfällt: Schreiben Sie einen Text in der Sprache Ihres Urlaubslands aus einer Zeitung oder von einer Coladose ab. Das hat natürlich nur Sinn, wenn Sie im fremdsprachigen Ausland sind und wirkt am besten, wenn die Sprache in nichtlateinischen Buchstaben geschrieben wird. Wer diese Karte erhält, ruft bald nach Ihrem Urlaub an, um zu fragen, ob Sie im Urlaub tatsächlich Türkisch/Arabisch/… gelernt haben.

Urlaubskarte als Kundenkontakt

Gerade wenn Ihr Unternehmen so klein ist, dass mit Ihrem Urlaub oder dem gemeinschaftlichen Betriebsurlaub alle Türen geschlossen und Telefone stumm bleiben, können Sie Ihren Kunden zeigen, dass Sie dennoch an sie denken: Schicken Sie Ihnen eine Urlaubskarte – das geht heute digital und per Verteiler und lässt sich schon vor dem Urlaub vorbereiten. Je nach Dienst landet die Karte dann trotzdem auf Papier im Kasten.

Und was schreiben Sie? Zum Beispiel, dass Sie durch die Wahl Ihres Urlaubsortes Ihren Horizont erweitern, um Kundenwünsche noch kreativer zu lösen. Oder dass Sie auftanken, um anschließend noch stärker gemeinsame Projekte vorantreiben. Oder Sie erzählen von einem Urlaubserlebnis, aus dem Sie etwas für die Zusammenarbeit gelernt haben. Dabei darf der Ton etwas lockerer sein als normal – ist schließlich Urlaub.

Übrigens: Urlaub – woher kommt dieses merkwürdige Wort?

Im 8. Jahrhundert gehörte es als „urloup“ oder „urloub“ bereits zum Standardwortschatz – das Standardrecht dazu gab es allerdings nicht: Urlaub ist nämlich ein altes Substantiv zu „erlauben“. Die „Erlaubnis, sich zu entfernen“ erteilte der Landesherr z. B. seinem Ritter: Schon im Mittelalter erfuhr das Wort seine Spezialisierung von „Erlaubnis“ auf „Entfernungserlaubnis“. Aus der Erlaubnis ist heute ein Recht geworden; die Tendenz zu Zeit- und Niedriglohn-Verträgen könnte allerdings dazu führen, dass der Urlaub wieder zur Erlaubnis wird – nur umgekehrt: Kann ich mir den Urlaub erlauben oder werde ich dann ersetzt?

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