Wer ist Zeilensprung?

Unter dem Namen Zeilensprung, habe ich vor einigen Jahren mein Textbüro eröffnet. Seitdem und noch immer sitzt hier an Tastatur und Bildschirm für Sie Mareike Knue: Texterin, Online-Redakteurin, Bloggerin, Dozentin, Netzwerk-Gründerin.

Frau Knue, wie wird man eigentlich Texterin?

Tja, gute Frage. Als ich klein war, stand „Gärtner“ ganz oben auf meiner Berufswunsch-Liste. Wie mein Opa. Dann kam die Biografie dazwischen.

Ich bin zweisprachig aufgewachsen, ohne es zu wissen. Irgendwie klangen Hoch- und Plattdeutsch* ja auch ziemlich ähnlich – und dann gab es außerdem diese geheimnisvollen Mischformen: Einige Menschen um mich herum sprachen zwar kein Platt, verwechselten aber „mir“ und „mich“ – ein Import*, im Plattdeutschen nämlich werden Dativ und Akkusativ nicht so klar getrennt. Und viele unterscheiden dann auch im Hochdeutschen nicht: ‚Ich geh am Strand’ kann durchaus meinen: ‚Ich gehe an den Strand’.

Von der Leidenschaft für Sprache zur Professionalität im Text

Mareike Knue_HPAlle Kinder spielen mit Sprache und sprechen zuerst lautmalerische Wörter: Der „Wauwau“ ist das Tier, das „wauwau“ macht. Eine meiner ersten Wortschöpfungen und damit der Beginn meiner Karriere war „Kleemumms“, das Telefon. Weil unseres genauso machte:

Kleeeeemummmms!

Sprache hat Spielregeln, und wer mitspielen will, muss sie beherrschen. Aber die Regeln wandeln sich ständig … Schon früh wusste ich deshalb: Sprache ist toll! Und besonders fasziniert mich meine eigene: ihre wunder-volle Struktur, der Streitwert ihrer Rechtschreibung, ihr sinn-licher Klang … Die weiteren Stationen meines Lebens sind schnell erzählt:

13 Jahre Schule
Praktikum bei der Lokalzeitung
seitdem freier Lokaljournalismus
Studium an der Universität Münster
Abschluss in Germanistik und Geschichte
interne und externe Kommunikation im Forschungstransfer
Verselbstständigung als Texterin
berufsbegleitendes Werbetexter-Studium am Text-College München 2012-2013, Abschlussnote sehr gut
Fortbildung zur Online-Redakteurin (IHK), Abschlussnote sehr gut

Fortsetzung folgt …

Letztlich war mein Germanistik-Studium vorbestimmt: Ich hatte endlich Namen für die Sprach-Phänomene, die ich seit meiner Kindheit entdecke.

* 1999 hat die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen Niederdeutsch als eigene Sprache anerkannt. Importe gibt es aus vielen Sprachen und werden zunächst als fremd wahrgenommen, bis sie sich in unserer Sprache eingelebt haben: Der Keks kam vom englischen „cakes“ zu uns – und niemand würde ihn heute für ein englisches Wort halten. Er bekam einen deutschen Klang und ein deutsches Schriftbild und schon war unsere Sprache um ein Wort reicher.

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